DIENSTAG, 11. OKTOBER 2005
So, zurück von der Alm. Nach dem Burgenland hängen bei uns ein paar Fahnen auf Halbmast. Es stimmt schon, in einem Bundesland ohne große Städte und ohne Universitäten haben wir es besonders schwer. Aber das erklärt nicht alles.Wenn das jetzt eine Stagnation ist, dann hat sie einen Bundesanteil. Den müssen wir uns jetzt genau ansehen. Eines fällt bei den Wählerströmen auf: In der
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So, zurück von der Alm. Nach dem Burgenland hängen bei uns ein paar Fahnen auf Halbmast. Es stimmt schon, in einem Bundesland ohne große Städte und ohne Universitäten haben wir es besonders schwer. Aber das erklärt nicht alles.
Wenn das jetzt eine Stagnation ist, dann hat sie einen Bundesanteil. Den müssen wir uns jetzt genau ansehen. Eines fällt bei den Wählerströmen auf: In der Steiermark haben wir zwanzig Prozent unserer Wähler und Wählerinnen an die Nichtwähler verloren. Im Burgenland waren das 18 Prozent, also ziemlich genau gleich viel. Wenn Menschen, die grün gewählt haben und offensichtlich niemand anderen wählen wollen, einfach zu Hause bleiben, dann sind wir ihnen nicht wichtig genug.
Es stimmt, mit der Strategie der Fehlervermeidung sind wir bisher ganz gut gefahren. Die Opposition genießt eben ein Privileg: Sie kann sich aussuchen, wo sie was tut. Wenn irgend eine Frage unangenehm ist, kann die Opposition eine Antwort geben. Die Regierung muss.
In den letzten Jahren haben wir das Risiko, wo immer es gelauert hat, minimiert. In Zeiten wie diesen kann man von den Fehlern der anderen ganz gut leben. Warum sollen wir Risiko eingehen, wenn uns dabei – nach innen und nach außen - etwas passieren kann?
Schlicht und einfach aus drei Gründen: Weil wir bei den nächsten Regierungsverhandlungen nicht noch einmal ohne gemeinsame und verhandelbare Positionen in Bereichen wie der Sozialpolitik dasitzen wollen. Weil wir uns nur in der Opposition die Klärungen leisten können, die wir für das Regieren brauchen. Und weil es ja einen Grund gibt, warum es uns gibt: Weil wir dazu da sind, dieses Land und Europa nachhaltig zu verändern. Nach wie vor.
So, aber jetzt geht es um die Wiener Wahl. Die Wiener Grünen haben Ecken und Kanten. Sie haben Streithansln wie David Ellensohn, dem der Bürgermeister schon mehrmals das größte politische Verdienstzeichen verliehen hat: Michael Häupl hält ihn einfach nicht aus.
Und wir haben eine Spitzenkandidatin, die in jedem Detail das Gegenbild im Lebens- und Stadtgefühl zum Bürgermeister lebt: urban und innovativ. Im Gegensatz zur Steiermark und zum Burgenland geht es in Wien nicht um die Macht, sondern um die Übermacht. Um eine Stadt, die die SPÖ als ihr Eigentum betrachtet. Um einen Bürgermeister, dem die Austria um ein Vielfaches wichtiger ist als die Universität. Am 23. Oktober wird entschieden, wer die Führungsrolle in der Opposition bekommt. Die wollen wir!
Antwort von: maxi
verfasst am: 13.10.2005 17:12:46
mich schmerzt es, wenn freunde mehr und mehr überlegen weiter grün zu wählen und ich kann dem nicht wirklich aus vollem herzen etwas entgegensetzen (außer der eigenen
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mich schmerzt es, wenn freunde mehr und mehr überlegen weiter grün zu wählen und ich kann dem nicht wirklich aus vollem herzen etwas entgegensetzen (außer der eigenen überzeugung, dass ihr vielleicht doch die bessere politik machen könntet). also, raus in die öffentlichkeit mit klaren aussagen, ob landes- oder bundesweit. von einem teil der wähler werdet ihr immer schimpf und schande erben, aber ein anderer (hoffentlich großer) teil wird sich bestärkt sehen. die inserate zur wiener wahl sind in der aussage so leise ... öllinger, kogler gefallen mir, aber wie viele sehen parlamentsübertragungen - die meisten lesen nur, was die krone berichtet.
in meidling war am montag eine gute veranstaltung zum thema nahversorgung (mit dabei u.a. volker plass, eder von wolke 7 und bezirkskandidat joham). sachlich ok, es waren natürlich etliche mir bekannte schwarze unternehmer da - aber dass in keinem zusammenhang auch nur unterschwellig die grünen vorstellungen erwähnt wurden so kurz vor der wahl, hat mich gewundert. was blieb, war ein stummer tisch mit foldern.
mein wunsch: mehr laut, mehr gas, mehr konkrete aussagen ... alles gute!
Antwort von: Ein Wiener Wähler
verfasst am: 11.10.2005 19:14:39
S.g. Herr Dr. Pilz! Ich habe bis jetzt (fast) immer Grün gewählt, aber unlängst haben mir zwei Wiener Bezirksräte der Grünen erklärt, die Wiener Landespartei ist nicht
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S.g. Herr Dr. Pilz!
Ich habe bis jetzt (fast) immer Grün gewählt, aber unlängst haben mir zwei Wiener Bezirksräte der Grünen erklärt, die Wiener Landespartei ist nicht so "grün" mit der Bundespartei, also wird in den Battlegroundbezirken auch nicht mit VdB oder Eva Glawischnig geworben. Damit vergibt man sich 3-5 Prozent der Stimmen, nur weil man die Bundespartei nicht mag.
Ich will aber keine Landesgruppe stärken, die gegen die Politik einer Regierungsbeteiligung im allgemeinen ist und Sie außerdem auf ein Kampfmandat setzt.
Soll ich trotzdem Grün wählen, obwohl ich damit VdB, Glawischnig und auch Ihnen schaden könnte? Bitte um Aufklärung, ich bin beinahe in einer Sinnkrise...
Antwort von: Camci
verfasst am: 12.10.2005 00:07:42
Was für eine Frage! Sie glauben doch nicht echt, dass in Wien Häupl oder gar Hahn wählen, gut ist für VdB, E.G. oder P.P.? Nowas für Ihre Denkschule: Mag Häupl Gusi? Was
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Was für eine Frage! Sie glauben doch nicht echt, dass in Wien Häupl oder gar Hahn wählen, gut ist für VdB, E.G. oder P.P.?
Nowas für Ihre Denkschule: Mag Häupl Gusi? Was passiert mit Gusi, wenn Sie Häupl wählen. - Eindeutiger ist's mit Hahn. Der steht hinter Schüssel und seiner marktradikalen Politik.
Also auf auf!!! Besonders in den inneren Stadtbezirken!
Antwort von: Na deppert bin ich auch nicht....
verfasst am: 12.10.2005 10:49:01
Ich wähle natürlich nicht SPÖ oder ÖVP, aber ich gehe einfach nicht hin, wie es die Grünwähler in der Stmk. und dem Bgld. getan haben. Ich will einfach nicht eine
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Ich wähle natürlich nicht SPÖ oder ÖVP, aber ich gehe einfach nicht hin, wie es die Grünwähler in der Stmk. und dem Bgld. getan haben. Ich will einfach nicht eine Landesgruppe stärken (Innerparteilich), die VdB und PP eigentlich nicht ausstehen können. Oder irgendwer sagt mir, wen ich mit Vorzugsstimme wählen kann, sodaß (vielleicht) die Wiener Grünen kapieren, wer ihre Wähler sind, und was die wollen, und nicht die 350 Basiswappler, die glauben, für die 80.000,- wähler sprechen zu können.
Also, bitte um Antwort, wen kann ich (personell) bei den Wiener Grünen wählen, um nicht Aktionen wie die um Kenesei auch irgendwann mit VdB oder PP erleben zu müsssen (obwohl es irgendwie witzig wäre, wenn PP kein Mandat von den Grünen erhielte und dann zur ÖVP ginge, aber er ist ja nicht wie sein "Weggefährte" Cap = rückgradlos.
Antwort von: Camci
verfasst am: 13.10.2005 13:04:37
Hingehen. Grün wählen. Vorzugsstimme für Chorherr, der wirbt eh dafür. - Das fällt mir ein.
Antwort von: ein Grünwähler ... noch jedenfalls...
verfasst am: 11.10.2005 16:59:00
S.g. Herr Pilz, meine Stimme für die kommende "Wienerwahl" haben die Grünen. Was die kommende NR-Wahl 2006 anbelangt, da bin ich mir nicht mehr sicher. Dazu ist mir die
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S.g. Herr Pilz,
meine Stimme für die kommende "Wienerwahl" haben die Grünen. Was die kommende NR-Wahl 2006 anbelangt, da bin ich mir nicht mehr sicher. Dazu ist mir die Oppositionpolitik zu lasch. Das Wählerspektrum "links von der Mitte" wird sträflichst vernachlässig. Es fehlen auch Positionierungen der Grünen zur wirtschaftsplotischen Situation Europas. Dass Nationalstaaten - egal welcher Größe da ziehmlich alt aussehen ist jedem halbwegs gebildeten und interessierten Menschen klar.
Welchen Anreiz Grün zu wählen sollte die Aussage - die Armut zu halbieren - für Menschen, die von der Armut bedroht sind (und es gibt ja auch eine beträchtliche Akademikerarbeitslosenquote) darstellen? Die gehen dann doch lieber gleich zur SPÖ oder lassen es bleiben.
Also strengt Euch mehr an, denn ein mögliches NR-Wahlergebnis kann durchaus so aussehen, dass es da nichts mehr zum mitregieren gibt; Sprich: Wir bekommen wieder Rot-Schwarz - und das ist das Letzte was ich mir wünsche. Und meine Wahlentscheidung lasse ich offen, denn ich will Rot - Grün (und da kann es schon sein, dass ich im Zweifel SPÖ wähle). mfg Klaus
Antwort von: Camci
verfasst am: 12.10.2005 00:15:46
Wenn Sie erotgrün wollen, wieso wählen Sie dann im Zweifel rot? Wo sind die Aussagen der Roten, dass die das auch so wie sie wollen? Bei der letzten Wahl haben sich konträr die Roten
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Wenn Sie erotgrün wollen, wieso wählen Sie dann im Zweifel rot? Wo sind die Aussagen der Roten, dass die das auch so wie sie wollen? Bei der letzten Wahl haben sich konträr die Roten geweigert für rotgrün einzutreten. Bloss die Grünen haben damals erklärt, dass sie rotgrün wollten. Und sind dabei eingefahren.
Aber ich tät weniger auf die taktischen Varianten einer Regierungsbildung schauen, sondern auf Wahlprogramme und politische Persönlichkeiten. Ökologische Steuerreform, Grundsicherung, Menschenrechtspolitik und VdB, Glawischnig und PP sollten Sie sicher machen.
Antwort von: ein Grünwähler...
verfasst am: 12.10.2005 14:49:57
... rot-grün ist mein Wunsch. Missverständlich ist es dadurch, dass ich es verabsäumte zu sagen: Ich will jedenfalls eine Regierung mit "roter Beteiligung". Erst dadurch wird
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... rot-grün ist mein Wunsch. Missverständlich ist es dadurch, dass ich es verabsäumte zu sagen: Ich will jedenfalls eine Regierung mit "roter Beteiligung". Erst dadurch wird es verständlich, dass ich im Zweifle die SPÖ wähle, denn mit einer Stimme für Grüne kann ich auch Schwarz-Grün bekommen.
Sonst stimme ich mit Ihren Ausführungen überein. Auch ich halte VdB für äußerst glaubwürdig (einer der ganz wenigen mit Rückgrad). Auch wäre eine ökologische Steuerreform - oder die Verbreiterung der Basis zu den Sozialversicherungsbeiträgen unter Mitberücksichtigung der Kapitalerträge eine sinnvolle Sache. Nur, da bin ich Realist, da kann ein so kleines Land wie Österreich keinen Alleingang machen. Das sind Fragen die können nur auf der europäischen Ebene diskutiert und letztlich eingeführt werden. Und da vermisse ich ganz einfach eindeutige Stellungnahmen von den Grünen. Das wird viel eher von den europäischen Gewerkschaften andiskutiert.
Die Haltung der Grünen nach beiden Seiten hin offen zu bleiben halte ich grundsätzlich für richtig (ich weiß, das ist ein leichter Widerspruch, denn dann sollte ich es auch aushalten u.U. auch Schwarz-Grün zu bekommen), nur wird diese Politik der Mitte z.Z. so extrem gelebt, dass von der politischen Wahrnehmung der Grünen letztlich ein "schwarzer Punkt" bleibt. So gesehen brauchen sich die Grünen vor einem polarisierenden Wahlkampf der Großparteien nicht fürchten, denn durch diese extrem Position des "Ausgleichs nach beiden Richtungen" reiben sie sich selbst auf. Ein Politik mit mehr Ecken und Kanten ist wieder gefragt, denn dann kann ich als potentieller Grünwähler eher einschätzen in welche Richtung die Grünen gehen. mfg klaus
Antwort von: Valentin
verfasst am: 11.10.2005 22:20:44
Nun, die Aussage die Armut zu halbieren ist doch auf jeden Fall ein Punkt, der das Wählerspektrum "links der Mitte" anspricht. Warum sollte man den sozialen Bereich der SPÖ
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Nun, die Aussage die Armut zu halbieren ist doch auf jeden Fall ein Punkt, der das Wählerspektrum "links der Mitte" anspricht. Warum sollte man den sozialen Bereich der SPÖ überlassen? Das sehe ich überhaupt nicht so. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Grünen in Sachen Sozialpolitik ohnehin glaubwürdiger sind als die meisten SPÖ PolitikerInnen.
Antwort von: Binder Florian
verfasst am: 11.10.2005 14:53:23
Sind sie der Meinung, dass mann dieses Land und Europa nur in einer Regierung nachhaltig verändern kann?Ich denke, die Oppositionspolitik der letzten Jahre war doch relativ erfolgreich und
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Sind sie der Meinung, dass mann dieses Land und Europa nur in einer Regierung nachhaltig verändern kann?
Ich denke, die Oppositionspolitik der letzten Jahre war doch relativ erfolgreich und konnte vor allem Grünwahler mobilisieren... Gruß FBi






