MONTAG, 02. JULI 2001
"Reformen statt Säuberungen" - unter diesem Titel werden wir unsere Auseinandersetzung mit dem neuen Proporz führen. Die Zeiten haben sich geändert. Damals, unter den Sozis, wurde man noch "eingebunden". Wer bereit war, sich in den Filz einweben zu lassen, wußte, dass er in Sicherheit war. Im Prinzip war jeder willkommen. Der Preis für den einzelnen betrug nicht viel, aber es wurde
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"Reformen statt Säuberungen" - unter diesem Titel werden wir unsere Auseinandersetzung mit dem neuen Proporz führen. Die Zeiten haben sich geändert. Damals, unter den Sozis, wurde man noch "eingebunden". Wer bereit war, sich in den Filz einweben zu lassen, wußte, dass er in Sicherheit war. Im Prinzip war jeder willkommen. Der Preis für den einzelnen betrug nicht viel, aber es wurde verläßlich gezahlt. Von der Studentenbewegung bis zur SP-Linken bekam fast jeder und fast alles ein Angebot.
Der neue Proporz kommt von Anfang an anders. "Aufhängen statt einbinden" scheint das Motto der neuen Säuberungsspezialisten. Die Sozis stehen dem wehrlos gegenüber. Sie warten auf Angebote und kassieren Tritte in die Hintern. Vor wenigen Tagen wollten wir mit ihnen gemeinsam einen Sallmutter-Schnellbeschluß im Sozialausschuß behindern. Aber die Sozis wollten nicht. "Schaut´s, wir haben da ein Problem. Der Kostelka ist ja jetzt Volksanwalt, und der war Obmann im Verfassungsausschuss. Wenn wir uns jetzt blöd spielen, hat uns die ÖVP gesagt, dann wählen sie einen anderen und dann verlieren wir einen Ausschussobmann." Natürlich haben sie sich nicht blöd gespielt.
Wenigstens im ORF tut sich etwas. Westenthaler und Schüssel dürften ihre Interventionen endgültig übertrieben haben. Die Resolution der Redakteursversammlung spricht zum ersten Mal beide persönlich an. Vielleicht bricht am Küniglberg doch noch der Mut aus.






